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Die
meisten Menschen haben die Konsequenzen eines
Kapazitätsengpasses schon mal erfahren. Wenn Sie zum Beispiel
wieder mal im Internet sind und die Antwortzeiten länger sind
als gewohnt, dann kann die Ursache durchaus ein
Kapazitätsengpass sein.
Kapazitätsengpässe bei Computern sind nicht ganz einfach zu
erklären. Ein einfacheres Beispiel liefert die Autobahn. Wenn zu
viele Autos eine Autobahn benutzen und damit deren Kapazität
überschritten wird, dann gibt es Stau. Anders ausgedrückt, es
gibt einen Kapazitätsengpass. Mit etwas Regen tritt dieser
Engpass schon mit weniger Autos auf. Die Folgen von Unfällen und
Reparaturarbeiten dürften deutlich sein. Staus können auch
entstehen wenn zwei Autobahnen von A nach B führen, die eine
überlastet ist und so mancher Autofahrer die alternative
Möglichkeit benutzt, wodurch auch hier ein Stau entsteht.
Was
auf der Autobahn die Autos sind, sind im Gehirn Informationen.
Sobald Informationen im Gehirn ankommen, wollen diese
verarbeitet und gespeichert werden. Dies muss so geschehen, dass
diese später abrufbar sind. Hierzu kann angenommen werden, das
es im Gehirn Pfade gibt, die die verschiedenen Teile miteinander
verbinden. Wie bei der Autobahn kann auch hier davon ausgegangen
werden, dass die Kapazität dieser Pfade beschränkt ist. Es kann
allerdings auch angenommen werden, dass diese Kapazität in den
Kinderjahren wächst.
Wenn
man sich die letzten 100.000 Jahre ansieht, dann kann weiterhin
angenommen werden, dass die Menge an verschiedenen
Informationen, die das individuelle Gehirn verarbeiten musste,
relativ konstant war. Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten
und vor allem in den letzten 10-20 Jahren durch Schule,
Fernsehen, Reisen, Internet und dergleichen drastisch verändert.
Normalerweise sollte es doch Generationen dauern, bis die Natur
sich anpassen kann. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit,
dass dies Auswirkungen hat. Interessant ist eine Studie, die
einen Zusammenhang zwischen sehr jungen Kindern - die zu viel
fernsehen - und Autismus gefunden hat (siehe „Therapien
& Resultate“).
Hieraus und aus weitergehenden Erfahrungen lässt sich eine
Hypothese ableiten:
Wenn
es einen Kapazitätsengpass gibt (zur Zeit nur eine Theorie),
dann macht es nichts aus welche Daten(ströme) reduziert werden,
solange es sich um Daten(ströme) handelt, die den Engpass
verursachen. Hiermit werden Ansätze, die in erster Linie nichts
mit ADHS, Legasthenie und dergleichen zu tun haben, sehr
interessante Ansätze zu deren Behandlung.
Wenn
man sich Legasthenie ansieht – und unter der Voraussetzung, dass
die Kapazitätsengpasshypothese einigermaßen darstellt, was sich
im Gehirn abspielt – dann kann angenommen werden, dass der
Engpass bereits existiert wenn das Kind lesen lernen soll. Die
neue Funktion „Lesen“ muss sich durch den Engpass quälen. Damit
sind Behandlungen, die darauf basieren das Lesen zu üben,
vergleichbar mit dem Versuch Staus auf der Autobahn aufzulösen
indem man bei den Autos stärkere Motoren einbaut. In diesem Fall
ist es wahrscheinlicher, dass die unerwarteten oder
„überraschenden“ Therapien deutlich bessere Ergebnisse liefern.
Eine
der auf dieser Web-Seite genannte Therapie benutzt eine
Technik, die vergleichbar ist mit der Anpassung einiger Schilder
auf der Autobahn, wodurch eine Reihe von Autofahrern die
alternative aber noch nicht voll ausgelastete Autobahn von A
nach B benutzten. Hierdurch werden beide Autobahnen so benutzt,
dass kein Stau entsteht.
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